Slowenien2018-06-01T14:08:05+00:00

Project Description

Slowenien

Ich kenne ein Land, mit Bergen so hoch, dass sie den Himmel berühren und tiefen Tälern, mit Winkeln, die das Sonnenlicht nie schaut, mit Meeressaum und einem Mittelgebirge aus feinstem, weißen Muschelkalk, mit smaragdfarbigen, klaren erfrischenden Flüssen und märchenhaften Bergseen. Ein Land, wo Luchs und Bär leben, mit einer bunten pulsierenden Hauptstadt und einer vieltausendjährigen Geschichte. Ein Land, das in seinen Grenzen die Geologie und Bodenstruktur eines ganzen Kontinents vereint und dessen weit entfernteste Punkte nur etwa drei Stunden auseinander liegen. Doch das Beste von alledem, sind seine gastfreundlichen Menschen – Slowenien – eine Liebeserklärung.

Wie oft fuhren wir achtlos hindurch, auf dem Weg nach Süden, als das Ostufer der Adria noch Jugoslawien hieß. Dubrovnik, oder die Kornaten galten uns als Sonnenhungrige als urlaubstauglicher. Ja die Soca gab es da noch, klar, da konnte man einen Zwischenstopp für einen Tag zum Wildwasserpaddeln einlegen, und dann weiter – oder war da noch was?

Im letzten Sommer fuhr ich das erste mal in meinem Leben die Autobahnabfahrt nach Ljubljana hinaus. Eine pulsierende, junge Metropole und doch überschaubar. Der namensgebende Fluss, Ljubljanica durchzieht die Stadt. Terrassen führen im Zentrum hinab und kleine Ausflugsschiffe, fahren mitten durch die Altstadt. Wie malerisch wäre es, dort auch mal zu paddeln. Unser Freund Miha sagte uns, in einem hervorragenden Restaurant für Seefisch und Meeresfrüchte und Blick auf die Ljubljanica, wir müssten unbedingt zum Bleder See. Wir nahmen seine Einladung an uns hinzuführen und waren begeistert. Zu wenig Zeit, zu nah das Ende des Sommerurlaubs, doch den Wunsch im Herzen, uns dieses erst auf den zweiten Blick und links und rechts der Autobahn mit der teuren Maut wundervolle Land, noch einmal intensiver und genauer anzuschauen.

Wir hofften dass wir der spätwinterlichen Tristesse mit einem, in diesem Jahr sehr frühzeitigen Osterfest entkommen zu können und auf erste Frühlingstemperaturen. Also den Bulli gepackt, den 17er Skyliner auf den Dachträger und los.

Wir lassen es stressfrei angehen, zumal ein Ärgernis, die neuerdings wieder geschlossenen Grenzen zu Österreich und Slowenien, Stau erwarten lassen. Mit einem Abstecher nach München und gemeinsamen Abendessen mit meiner Tochter, planen wir am Chiemsee die erste Nacht zu verbringen und am folgenden Tag erst nach Slowenien weiterzufahren.

Sprung über die  Alpen

Nach kalter und von der A8 heran dringendem Lärm lauter Nacht, fahren wir bei Salzburg auf der Autobahn nach Österreich. Auf der Gegenfahrbahn, kilometerlanger Stau, bei der Einreise nach Deutschland. Die Bundespolizei verengt die Autobahn auf eine Fahrspur und hat ein riesiges Zelt aufgerichtet, durch das alle durchfahren müssen und Ausweis vorzeigen – tolle Wurst im vereinigten Europa, wo wir solch Erfahrungen überwunden zu haben glaubten. Wir beschließen für die Heimreise über einen kleineren Grenzübergang zu fahren, in der Hoffnung, dass da weniger Behinderung herrscht. Bald erreichen wir den Karawankentunnel und auf unsere Bestellung von 2 Bicmäcdönern, und 4 Cappuccino, erwidert der ASFINAG-Mitarbeiter scherzend, die Bestellung können wir nach dem Tunnel abholen.

Istrien, wir suchen den Frühling

SLOWENIEN! Wir sind da, wohin zuerst? Als wir Ljubljana passieren und die Temperaturen noch nicht verheißen, was wir als frühlingshaft erwarten, beschließen wir zuerst an die Adria, nach Istrien der Küstenregion Sloweniens zu fahren. Der Himmel wird mit jedem Kilometer heller, wir überqueren den Karst und bei Isola, fahren wir von der Autobahn ab – endlich Frühling! Alles grünt und blüht, Laub an den Bäumen, Blumen und Palmen, sogar die Restaurant-Terrassen sind schon gut besucht an diesem Ostersonntag. Wir flanieren zuerst Sonne tankend durch die malerische, mediterrane Altstadt von Isola, vorbei am Hafen, sitzen endlich am Stand und saugen die frühlingswarme, salzige Seeluft in uns auf. Was für eine Wohltat nach dem langen dunklen Winter, der zwar nicht viel Schnee bescherte, aber dafür mit Regen, nasskalt und lichtarm am Gemüt zehrte.  Wir überlegen wo wir übernachten wollen und nach der Recherche entschließen wir uns in den Camperhafen, der Marina Portoroz. In der ersten Reihe stehen wir auf einer aufgeschütteten Insel direkt an der Bucht von Portoroz, keine 10 Meter zur Adria. Warme Frühlingsluft umschmeichelt die Haut und wir laufen die etwa 2 Kilometer zur Restaurantmeile, um eine gepflegte Gaststätte zum  Abendessen zu suchen. Der Weg dorthin führt über Beton, daneben Wiese eingefasst von Beton mit einbetonierten Sonnenschirmständern, die zugleich, die Winzigkeit der Parzellen begrenzen, an denen sich im Sommer Touristen tummeln dürfen.  Betonierter Meerszugang, der Begriff Strand verbietet sich von selbst, Betontreppen und betonierte Restaurants, die innen aber teils sehr geschmackvoll eingerichtet sind. Da wir nicht davon ausgehen, in dieser einbetonierten Badetouristen-Hochburg, noch etwas ursprüngliches zu finden, beschließen wir in einem einladend wirkenden Restaurant einzukehren, in dem uns die freundliche Art der Slowenen sofort für sich vereinnahmte. Trotz über 1000 Gästen an diesem Tag, wie der Kellner berichtet, sind er und seine Kollegen sehr freundlich, die Küche schnell und das Gebotene lecker und reichlich. Mit schweren Schritten laufen wir zurück und verkriechen uns im Bulli, morgen wird auf der Adria gepaddelt!

Zu den Salzgärten von Piran

Der erste Blick am Morgen verheißt keine große Bade- oder Paddelfreude, steifer Westwind und vollständig in dunklem Graublau bedeckter Himmel. Beim Blick auf die Karte, entdecken wir eine etwas geschützte Bucht und ein kanalähnliches System einer vermuteten Flußmündung, an den Salinen von Secovlje. Wir fahren hin und besuchen zuerst die ausgedehnten Salinen, in denen seit über 700 Jahren Meersalz gewonnen wird. Der Eintritt ist teurer, als ein 10 Kilo Sack feinstes Meersalz, das gleich daneben angeboten wird. Nach etwa 2 Kilometern erreicht man das Info Zentrum der Saline und eine mehrsprachige Video- und 3D-Anmation erklärt die Salzgewinnung und ihre Entstehung.

An diesem Ort, entstanden vor über 700 Jahren die Salinen von Piran. Es sind die einzigen noch aktiven Salinen in diesem Teil der Adria, in denen das traditionelle Verfahren der manuellen Salzgewinnung bewahrt wurde. Salinenarbeiter stellen wie  einst mineralreiches Meersalz her. Die Salinen von Piran wurden als charakteristisches, für den internationalen Umweltschutz bedeutendes Salinen-Ökosystem erhalten, das mit seltener Fauna und halophilen Mikroorganismen besiedelt ist. Dieses Ökosystem besteht aus einem Mosaik verschiedener Salzfelder, Sümpfe, Kanäle, Röhrichte und Salzpflanzenwiesen, die mit dem Kulturerbe der Salzgewinnung im Slowenischen Istrien eng verbunden sind. Anders als wir vermutet hätten, gehört dazu mehr, als nur Meerwasser zu trocknen, es ist in der Tat eine Art, „Gartenarbeit“ die ständige Wachsamkeit, Kraft, Wissen und Geschick voraussetzt. „Salz, ist das Meer, das nicht zum Himmel zurückkehren konnte“, lernen wir und fahren mit einem preiswert erworbenen Jahresvorrat an natürlichem, unjodierten und unraffiniertem Meersalz zur Einsetzstelle an einer kleinen Bucht, direkt neben dem über die Landesgrenzen hinaus bekannten Fischrestaurant Gostišče Ribič.

Paddeln in Salinengärten

Von der Adria weht ein böiger, steifer Wind, wir paddeln unter Land die Bucht hinaus und  in den Kanal Sv. Jerneja. Um die Landzunge herum in den größeren Kanal Dragonja ist es uns bei der Legerwall-Lage mit Kabbelwasser und Wind um 5 – 6 Beaufort zu heftig, mit einem offenen Kanadier. Vorbei an kleinen Anlegern, mit teils am Steg versunkenen alten Booten paddeln wir an der weitläufigen Saline entlang und sehen zuweilen Schwärme von Watvögeln, die auf den Salinen nach Salinenkrebsen und anderen Kleintieren suchen. Nach etwa 5 Kilometern ist Schluss, der Kanal wird zu eng zum Wenden und verliert sich bald darauf in einem Sumpfgebiet. Wir kehren um, der Hunger treibt uns geradewegs in das angrenzende Fischrestaurant, neben dem Einstieg. Frische, richtige Scampi, die in Norddeutschland auch Granat genannt werden, variantenreiche Meersfrüchte und geangelte Edelfische locken zum Verzehr, garniert von einem hohen Preis, der das Gereichte allerdings mehr als aufwiegt.

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Suche nach 5000 jährigen Pfahlbauresten

Nach dem Erlebnis Adria und Istrien, fahren wir zurück in die Region von Ljubljana, an die Ljublianica. In unseren Vorrecherchen, haben wir von einer 5000 Jahre alten Pfahlbausiedlung erfahren, dorthin wollen wir. Es gibt noch keinen Plan und noch keine Vorstellung, was uns dort erwartet und so kommt es, dass wir in einem Dorf im Nirgendwo, kurz vor der Abenddämmerung auf einige Einheimische treffen. Wir fragen die im nachbarschaftlichen Gespräch vertieften, nach den Resten der Pfahlbausiedlung und wie Alice im Wunderland, treffen wir sofort auf eine aussagefähige Frau, im Kreise der bäuerlichen Nachbarschaft. Matjea Rihtarsic ist Kartografin und Buchautorin und eine Koryphäe im Fachgebiet der slowenischen Geschichte. Ohne Umschweife, fordert sie uns auf, den Bulli vor ihr Haus auf den Parkplatz zu stellen und lädt uns auf einen Kaffee ein. Während des Kaffeetrinkens erklärt sie, dass Archäologie in Slowenien anders behandelt wird, als etwa in Österreich oder Deutschland. Nein, es gibt kein Pfahlbau Museum oder „Living History“ an  oder nahe der Ausgrabungsstelle. Die Siedlung wurde ergraben, erforscht und wieder zugeschüttet, ebenso wie ein nahes Römerkastell mit einem Hafen. „Man sieht da nichts, außer ein paar Schautafeln.“ erklärt Mateja. Sie holt einen von ihr verfassten Schulatlas und schenkt ihn uns. Darin sind die frühgeschichtliche Besiedlung und die Fundorte erfasst. Es gab in der jüngeren Vergangenheit zwei Versuche von Investoren, ein Pfahlbaudorf, ähnlich wie in Unteruhldingen am Bodensee zu errichten, um die amphibische Lebensweise, die sicher mehr Menschen als uns Paddler interessiert, in einem Freiluft-Museum zu veranschaulichen. Experimental-Archäologie und „Living History“, würden den Menschen einen Bezug zu ihrer Geschichte näherbringen, wie die mehreren hunderttausend Besucher am Pfahlbaumuseum Unteruhldingen jährlich, eindrucksvoll belegt. In Slowenien scheiterte dies, an der strittigen Frage der Dachform und -ausgestaltung der Pfahlbauhäuser und somit am Widerstand der Forscher, die die Siedlung ausgegraben haben. Es ist schon fast dunkel, als uns Matjea noch zu einer Stelle, direkt am Ufer der Ljubljanica führt, wo wir ungestört übernachten können. Sie läuft gerne, wie sie versichert und macht sich per Pedes die etwa 3 Kilometer zurück nach Hause, während wir uns einrichten, natürlich nicht ohne vorher noch zum Kaffee am nächsten Morgen eingeladen worden zu sein.

Nach dem Kaffee bei Mateja, fährt sie voraus  nach Vrhnika und zeigt uns einen Einstieg auf den Fluss. Wir paddeln von hier bis dorthin, wo wir die letzte Nacht verbrachten, von wo uns Mateja wieder zum Bulli zurückbringen will. Die kühle Klarheit, mit der Farbe von Eisbonbons, sowie der flotte Stromzug lädt zum sofortigen Lospaddeln, doch vorher gilt es das schlammige Ufer zu überwinden. Mateja erklärt, dass der Fluss, noch vor 2 Wochen etwa 2,5 – 3 Meter mehr Wasserstand hatte und die Auen alljährlich im Frühjahr hoch überflutet sind. Doch genug geredet Einsteigen und los.

Auf vorgeschichtlicher Wasserstraße

Mit kräftigem Stromzug nimmt uns die Ljubljanica mit sich auf Fahrt. Tief ausgewaschene Ufer, lassen die Kraft des Flusses im zeitigen Frühjahr erahnen. Bald unterqueren wir die Straßenbrücke, die von einem spritzigen Schwell garniert wird, der Skyliner 17 geht trocken durch. Kurz darauf, passieren wir am Ortsende eine 90° Kehre, an der einst das von Mateja beschriebene Römerkastell mit Hafen war, nur einige behauene Steinquader erinnern daran, sonst nichts, auch das Kastell wurde wieder verfüllt, schade.

Der Fluss strömt zügig und das Wasser weitestgehend klar, etwas Sediment schwemmt mit und färbt das Wasser leicht milchig und es schimmert im satten Türkiston.  Linkerhand die Fischerei, von der uns Mateja berichtete und uns anbot uns bereits hier abzuholen. Was hier schon abbrechen? Nein, wir paddeln weiter bis zu unserer Übernachtungsstelle. Vermutlich zu Zeiten der KuK-Monarchie, als Slowenien zu Österreich gehörte und Ljubljana noch Laibach hieß, wurde die Ljubljanica  durch das Moor brutal begradigt. Von unserem Rastplatz zieht sie schnurgerade als Flussleiche, die nächsten etwa 12 Kilometer bis Ljubljana. Wir setzen um und Mateja zeigt uns nach dem Shutteln den Kanu-Club Ljubljana, von wo wir zum urbanen Sunset-Paddeln aufbrechen.

Urban-Paddling durch die Altstadt von Ljubljana

Der Frühling ist hier schon spürbar, Anfang April. Meist jüngere Menschen sitzen an der Gabelung der Ljuljanica mit terrassierten Steinquader gefassten Ufern. Links in die Altstadt und rechts, als eine Art Umfluter daran vorbei, hinter der Altstadt vereinigen sich die beiden Arme wieder. Zu beiden Ufern flanierende Verliebte, die Weiden hängen in frischen Frühlingsgrün zum Fluss hinab, sie sind die Ersten die ihre Blätter austreiben. Die steinernen, errichteten Ufer werden höher und wir sitzen tiefer auf dem Wasser, doch jede Kurve, jede Biegung, birgt in Sichtachse eine neue architektonische Überraschung. Sei es eine Kirche, oder eine kunstvolle Brücke. Kein Hindernis hemmt das Fortkommen und wir paddeln wie eingangs erwähnt, erträumt im letzten Sommer, mitten durch die Altstadt. Es ist besser, als wir es uns erträumten. Am Ende der paddelbaren Strecke versperrt ein Wehr das Weiterkommen und die aufziehende Dämmerung gemahnt zur Eile, da wir bislang mit der Strömung paddelten. Nun gilt es im durchgehenden zügigen Doppelschlag stromauf, wider dem flotten Zug zu paddeln, kurz vor dem Dunkelwerden haben wir das Boot verladen und fahren zurück um uns bei Mateja für ihre Hilfe zu bedanken. Wir treffen sie in Log, gleich neben der Autobahn und folgen ihr noch etwas die Straße entlang zu einem urigen, alten Bauerngehöft, das heute ein urtypisches slowenisches Gasthaus mit traditioneller, regionaler Küche ist. Das „Gostilna in mesarija Kavčič“ ist ein echtes Top Restaurant, bei überraschend erfreulicher Preisgestaltung. Zu dritt tafeln wir fürstlich. Mateja erklärt uns, wie diese regionaltypische Art, der leicht angebackenen und dann in Brühe abgelöschten Pellkartoffeln zubereitet wird und schwärmt, dass die knusprig panierten Hähnchenteile, genauso lecker sind, wie einst bei Ihrer Oma. Als Beilagen gibt es mit Mangold gefüllte kleine Maultäschchen, sowie weitere mit leicht feinkörnigem Frischkäse gefüllte Teigtaschen, kleiner als Tortellini. Das slowenische Bier der Marken Lasko und Union ist von guter Qualität und gut trinkbar, wir erfahren, dass es aber alles zu Heinecken gehört, der holländische Braukonzern, kaufte wohl alle Brauereien Sloweniens auf, so wie Carlsberg alle in Polen und den Baltenrepubliken, aber vielleicht gibt es ja noch kleine Familienbrauereien? Nach opulentem  Mahl fahren wir zu unserem Biwakplatz vom Vorabend, nachdem wir uns herzlich von Mateja verabschiedeten.

Das unaussprechliche Flussjuwel – Krka

Früh Morgens nehmen wir Matjeas Empfehlungen auf und werfend den ganzen ursprünglichen Slowenienplan über den Haufen, Mateja und ihr Freund paddeln selbst und sie kennt jeden Winkel des Landes als Kartografin. Drawa in Österreich Drau – gestrichen. Sie meint zu groß, zu eintönig, zu langweilig und jetzt zuviel Wasser. Aber die Krka und die Kolpa sollten wir unbedingt befahren. Sie liegen in der Bela Krajina, also los.

Über die Autobahn Richtung Novo Mesto, bei Invancna Gorica fahren wir ab und folgen der Staatsstraße 216 nach Zuzemberk. Dort setzen wir auf die Krka ein, was für ein herrlicher Karstfluss. Wir paddeln bis kurz vor Sotesca. Wir haben den Bulli schon auf den Parkplatz rechts der Straße am linken Flussufer schon vorgestellt und fahren mit dem Bus zurück nach Zuzemberk, das sind etwa 15 Kilometer. Zurück am Boot, dass wir bei einem freundlichen Kanuverleiher unterstellten, der sich gerade auf die Saison vorbereitet, steigen wir ein und los. Der Fluss erfreut durch klares Wasser mit einer klaren Nuance heller als die Ljubljanica und, auch kälter. Gut dass wir die Mukkluks dabei haben, denn einige Naturwehre aus hellem Karstgestein sind nicht fahrbar, zu flach zieht das Wasser darüber, so dass wir aussteigen und das Kanu darübergleiten lassen. Die Krka ist nicht begradigt und schlängelt sich verspielt durch ihre Wiesenauen- und Waldlandschaft überragt von Weinbergen. Teils an sanften Hügeln mit weitläufigem Tal. Teils in enge Waldschluchten gezwängt. Immer wieder verbreitert sich die Krka zu kleinen teichartigen Ausweitungen, verliert etwas Geschwindigkeit gerade so, als hole sie nur mal kurz Atem, um sich danach wieder ungestüm, gegen das Muschelkalk-Gestein ihres Karstbetts zu werfen und es weiter abzutragen, wie sie es seit Jahrmillionen macht. Tiefer, immer tiefer gräbt sie sich in das Felsmassiv eines urzeitlichen Korallenriffs und immer wieder widersetzt sich eine härtere Kalkschicht dem Ansinnen und bildet kleine, spritzige Schwälle, die aber allesamt gut fahrbar sind. Bei Dvor müssen wir wieder raus aus dem Boot und vor einer Brücke das Kanu darübergleiten lassen. Mit einem Kajak wäre das kein Problem, aber jetzt im zeitigen Frühjahr im offenen Kanadier, ist die Kentergefahr zu groß. Ein kleiner, dreistufiger Katarakt und schon paddeln wir weiter.

Hinter Dvor verengt sich das Krkatal wieder und zwängt sich in weiten Bogen durch einen Felsriegel. Tiefe, ruhige Waldschlucht mal links herum, mal rechts herum, alles ohne große Schwierigkeiten gut zu paddeln.

Linkerhand ein kleines Gehöft, mit kleinem Kahnanleger und einer Plettna (Plätte) kieloben am Ufer, ein verwaister Kanadier noch daneben. Die Straße tritt wieder von Berg kommend näher an den Fluss und bald schon erreichen wir unseren Ausstiegspunkt. Was für ein erfrischender Fluss.

Zur Königin der Bergflüsse Sloweniens

Weiter geht’s in unserer Slowenien Roadstory, nur etwa 50 Kilometer entfernt liegt die Grenze nach Kroatien und der Fluss, von dem Mateja am meisten schwärmte. Sie hat recht! Die Kolpa (gesprochen Kulpa) und im Kroatischen Kupa, ist ein atemberaubend schöner Fluss. Wir suchen den kleinen Campingplatz in Gorenji Radenci und nach etwas suchen finden wir ihn. Gut, dass wir dem Navi nicht vertraut haben, das hätte uns direkt, einen steilen unbefestigten und teils tief ausgewaschenen Waldweg ins Tal geschickt, es gibt eine Straße. Im Tal angekommen gibt es nur eine Dorfstraße und die führt im Kreis durch den Ort, direkt am Campingplatz mit Kanuverleih vorbei. Was wir bei „Kolpa Adventures“ vorfinden, übertrifft alle unsere Erwartungen. Besser ausgestattet und gepflegter, als manch Campingplatz für Tourenpaddler in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist noch vor der Saison und so staunen die herzlich freundlichen Betreiber nicht schlecht, als wir kurz vor Abenddämmerung ankommen. Der Boiler für das Duschwasser ist noch aus, aber alles kein Problem, wir checken ein und die Betreiber drehen den Boiler hoch. Wir haben diesen ganzen, herrlichen Platz für uns allein. Der nächste Laden kilometerweit weg, Gaststätte? Fehlanzeige. Gut dass wir schon Cevapcici in einem Supermarkt auf der Strecke gekauft haben. Wir probieren eine Neuanschaffung aus. Einen Raketenofen von Petromax, darauf, in der Gusseisenpfanne, wollen wir die Cevapcici braten.

Der Ofen startet superschnell, eine Art Holzvergaser-Kaminprinzip ähnlich dem Biolite Stove, der aber für ein effektives Kochen etwas zu klein ist, da das Holzfassungsvermögen zu gering und man dadurch dauernd nachlegen muss. Der Raketenofen ist deutlich größer und schwerer, so dass er eher für Kanadierpaddler in Betracht kommt als für Wildwasserkanuten. Aber Kanadier- und Tourenbootpaddler sind ja eh eher die, die mit halbem Hausstand aufbrechen im Gegensatz zu den minimalistischen Expeditionspaddlern. Da Gas oder Petroleum nicht immer problemlos zu besorgen ist und Holz in Wassernähe nahezu überall verfügbar ist, diesmal also Raketenofen. Schnell zeigt sich eine bläulich gelbe Flamme, es geht los Pfanne drauf und braten. Andreja, die Chefin von „Kolpa-Adventures“ kommt zum Feuer und beratschlagt mit uns, wie und was wir auf der Kolpa paddeln können. Sie und ihr Mann sind der Meinung, dass wir bei dem noch hohen Wasserstand mit dem Skyliner zuviele Kratzer abbekommen würden und laden uns ein, einen ihrer Schlauchkanadier für die Tour zu nehmen. Zwei Soldaten laufen in der Dunkelheit über den Campingplatz. Die neue europäische Grenzzaunziehung holt uns ein. Sie interessieren sich nicht für uns, wir merken aber schon, dass die Grenzsicherung, die Touristiker beunruhigt. Nicht wegen möglicher Migranten, sondern weil der Zaun, der im Winter aus drei übereinandergelegten Nato-Draht-Rollen mit rasiermesserscharfen Klingen provisorisch ausgebracht wurde, viele Tiere verletzte. Mit dem aufkommenden Hochwasser wurde er abgenommen und soll durch einen neuen festen, weniger gefährlichen Zaun ersetzt werden und das in einer Gegend, wo nie in der Geschichte ein Grenzzaun stand, zwischen Kroatien und Slowenien, direkt am Ufer der Kolpa. Schon zeitig kriechen wir in den Schlafsack.

Wie Winnetou auf dem Karstfluss durchs Tal

Früh morgens bringen uns unsere freundlichen Gastgeber etwa 15 Kilometer flussaufwärts, die direkt neben der Kolpa verlaufende Straße , erlaubt Einblicke auf den Fluss. Ein gelber Schlauchkanadier liegt schon verzurrt auf dem Dach – na, mal sehen.

An einem kleinen, in den Fluss ragenden Anleger steigen wir ein und nur wenige Meter unterhalb die erste, flache Felsbarriere. Es bleibt kaum Zeit die fahrbare Passage auszumachen, wir paddeln rückwärts und versetzen in Seilfähre zur Passage in Richtung kroatisches Ufer – und durch – und gleich nass! Nicht etwa, dass wir gekentert wären, nein, der Schlauchkanadier hat nur einen kräftigen Schwall Wasser aufgenommen, darüber hinaus zeigt er sich völlig unbeeindruckt. Bald darauf, das nächste Felswehr es scheint etwa ein Meter hoch und die überaus kräftige Strömung aus türkisfarbigem, klarem und eiskaltem Wasser, lässt nur wenig Lust zu weiterer Erfrischung aufkommen, so legen wir oberhalb an und erkunden die Umtragemöglichkeit, Es geht einfach, über etwa 80 Meter linksufrig durch das Gelände eines weiteren Kanu-Verleihers, die Betreiberfamilie nimmts gelassen, weist uns sogar noch den Weg über einen kleinen Steg ins Unterwasser. Das Kolpatal wirkt wie eine XXL-Version der Fränkischen Schweiz. Etwa 3 – 4 mal so hohe Berge und ein proportional  ebenso größer dimensionierter Fluss, im Vergleich zur Wiesent.

Bald darauf wieder ein Wehr und wieder umtragen, diesmal zwischen einem Campingplatz und einer zerfallenen Mühle vorbei. Nach etwa 2 Kilometern ein weiteres Wehr mit einem kleinen Wasserkraftwerk am slowenischen Ufer, die Umtragemöglichkeit führt scheinbar übers kroatische Ufer. Anlanden im Schutz einer Krüppelweide, Das hohe Ufer hoch, über eine Wiese etwa 100 Meter weit bis unterhalb des Wehres und wieder rein und ab in den Stromzug, ohne die Neopren-Stiefel, gäbe es wiederholt nasse Füße. Kurz darauf noch ein Wehr, die letzten Wehre, weisen immer gut einen Meter Fallhöhe auf. Im Sommer sind die sicher gut fahrbar und eine spritzige Erfrischung wird gern in Kauf genommen – nur heute im zeitigen Frühjahr, Anfang April, wollen wir das lieber vermeiden.  Dann die Königsklasse eines Wehrs. Anlegen vor einer Ferienhaussiedlung am kroatischen Ufer, alles Privatland, also am rechten Ufer (kroatisch) anpaddeln, am Wehr aussteigen darüber heben und weiter. Schließlich erreichen wir eine neu wieder in Betrieb genommene Grenzkontrollstation, was hat der Strom der Ärmsten und Elenden die vor Krieg und Terror flohen, uns doch für eine beklemmend neue Realität beschert innerhalb der Schengen-Staaten. Längst überwunden geglaubte Grenzkontrollen und Stacheldraht, die EU-Staaten igeln sich ein und hier betrifft es uns Paddler ganz direkt. Wir landen oberhalb des Wehres, das unter der Grenzbrücke liegt an und ich versuche mit den Grenzern ins Gespräch zu kommen, wo und wie weit denn nun bitte zu umtragen wäre. Sie sind etwas verdutzt, erwarten jetzt noch keine Kanutouristen, erwarten sie überhaupt welche? Und wer hat sie auf die Situation vorbereitet? Sie sind sichtlich peinlich berührt, dass wir nun dastehen und auch noch fleißig fotografieren. Keiner der Politiker in Ljubljana hat sich Gedanken darüber gemacht, was die Entscheidung für die Tourismuswirtschaft in der Region bedeutet. Die Anrainer am Fluss berichten uns, von vielen verendeten Tieren im Grenzzaun, als hier noch NATO-Draht lag. Rehe, Wildschweine, Wildkatzen und sogar ein Bär, soll darin zu Tode gekommen sein, so dass die Regierung die Demontage der Stacheldrahtrollen anordnete. Hinter dem Grenzer-Container stapeln sich aber schon die neuen grün pulverbeschichteten Zaunelemente, die nicht so wirken, als würden sie nur temporär und übergangsweise verbaut. Wir erklären den Grenzbeamten, dass sie mit einem Zaun, hier gleich die ganze Region ins wirtschaftliche AUS befördern würden, da die Möglichkeit des Aussteigens und Umtragen von Wehren genommen werden würde. Die Grenzbeamtin erwidert, dass der Zaun nur wenige Kilometer neben dem Grenzübergang gebaut werden würde, wir geben die Diskussion auf umtragen und weiter. Etwa zwei Kilometer stromab ein weiteres tosendes Wehr, an einer alten aufgelassenen Mühle, wir legen an und erkunden die Umtragemöglichkeit. Grenzzaun und Eisenstangen aus Armierungsstahl für Beton.  Dazwischen spannen sich nur zwei Drähte von etwa 5 Millimeter Durchmesser, da kriegen wir das Schlauchboot nicht durch gehoben. Wir sind genervt und plötzlich, wie durch ein Wunder, fallen die losen Enden der Drähte zu Boden. Was so ein Wunder von Swisstool doch alles vollbringen kann. Wir dröseln die losen Enden noch etwas um die jeweilige Eisenstangen und eröffnen die erste Umtragestelle durch den Grenzzaun. Ich komme mir vor wie in meiner Kindheit, wo ich in einem Ort direkt am Grenzzaun der DDR aufgewachsen bin, während Detlef, das „Kunstwerk“ von der oberfränkischen Seite aus bewundern konnte. Unsere einhellig ablehnende Haltung zu Grenzzäunen, dürfte damit erklärt sein.

Endspurt, noch etwa 2 Kilometer paddeln wir durch das wundervolle Tal, Wir treffen kurz vorm Ziel noch unseren Gastgeber mit einer Schülergruppe in Kanadiern auf der Kolpa. Sie lernen paddeln. Ein Lehrer der Dorfschule mit dabei und eine kreischende Horde, die Spaß hat. Nach kurzer Rücksprache wo das letzte Wehr zu fahren sei, verweist unser Gastgeber auf eine Passage mit krachend Strömung am rechten Ufer, na gut, wir fahren drüber hinab und platsch, ist Ghismo auch tropfnass, wir haben kräftig Wasser geschöpft, ich bin hüfthoch eingeweicht und Det im Heck bis zu den Knien, nur gut, dass wir die meisten Wehre umtrugen, bei den eisigen Wassertemperaturen.

Melancholischer Abgesang

Früh morgens bringen uns unsere freundlichen Gastgeber etwa 15 Kilometer flussaufwärts, die direkt neben der Kolpa verlaufende Straße , erlaubt Einblicke auf den Fluss. Ein gelber Schlauchkanadier liegt schon verzurrt auf dem Dach – na, mal sehen.

An einem kleinen, in den Fluss ragenden Anleger steigen wir ein und nur wenige Meter unterhalb die erste, flache Felsbarriere. Es bleibt kaum Zeit die fahrbare Passage auszumachen, wir paddeln rückwärts und versetzen in Seilfähre zur Passage in Richtung kroatisches Ufer – und durch – und gleich nass! Nicht etwa, dass wir gekentert wären, nein, der Schlauchkanadier hat nur einen kräftigen Schwall Wasser aufgenommen, darüber hinaus zeigt er sich völlig unbeeindruckt. Bald darauf, das nächste Felswehr es scheint etwa ein Meter hoch und die überaus kräftige Strömung aus türkisfarbigem, klarem und eiskaltem Wasser, lässt nur wenig Lust zu weiterer Erfrischung aufkommen, so legen wir oberhalb an und erkunden die Umtragemöglichkeit, Es geht einfach, über etwa 80 Meter linksufrig durch das Gelände eines weiteren Kanu-Verleihers, die Betreiberfamilie nimmts gelassen, weist uns sogar noch den Weg über einen kleinen Steg ins Unterwasser. Das Kolpatal wirkt wie eine XXL-Version der Fränkischen Schweiz. Etwa 3 – 4 mal so hohe Berge und ein proportional  ebenso größer dimensionierter Fluss, im Vergleich zur Wiesent.

Bald darauf wieder ein Wehr und wieder umtragen, diesmal zwischen einem Campingplatz und einer zerfallenen Mühle vorbei. Nach etwa 2 Kilometern ein weiteres Wehr mit einem kleinen Wasserkraftwerk am slowenischen Ufer, die Umtragemöglichkeit führt scheinbar übers kroatische Ufer. Anlanden im Schutz einer Krüppelweide, Das hohe Ufer hoch, über eine Wiese etwa 100 Meter weit bis unterhalb des Wehres und wieder rein und ab in den Stromzug, ohne die Neopren-Stiefel, gäbe es wiederholt nasse Füße. Kurz darauf noch ein Wehr, die letzten Wehre, weisen immer gut einen Meter Fallhöhe auf. Im Sommer sind die sicher gut fahrbar und eine spritzige Erfrischung wird gern in Kauf genommen – nur heute im zeitigen Frühjahr, Anfang April, wollen wir das lieber vermeiden.  Dann die Königsklasse eines Wehrs. Anlegen vor einer Ferienhaussiedlung am kroatischen Ufer, alles Privatland, also am rechten Ufer (kroatisch) anpaddeln, am Wehr aussteigen darüber heben und weiter. Schließlich erreichen wir eine neu wieder in Betrieb genommene Grenzkontrollstation, was hat der Strom der Ärmsten und Elenden die vor Krieg und Terror flohen, uns doch für eine beklemmend neue Realität beschert innerhalb der Schengen-Staaten. Längst überwunden geglaubte Grenzkontrollen und Stacheldraht, die EU-Staaten igeln sich ein und hier betrifft es uns Paddler ganz direkt. Wir landen oberhalb des Wehres, das unter der Grenzbrücke liegt an und ich versuche mit den Grenzern ins Gespräch zu kommen, wo und wie weit denn nun bitte zu umtragen wäre. Sie sind etwas verdutzt, erwarten jetzt noch keine Kanutouristen, erwarten sie überhaupt welche? Und wer hat sie auf die Situation vorbereitet? Sie sind sichtlich peinlich berührt, dass wir nun dastehen und auch noch fleißig fotografieren. Keiner der Politiker in Ljubljana hat sich Gedanken darüber gemacht, was die Entscheidung für die Tourismuswirtschaft in der Region bedeutet. Die Anrainer am Fluss berichten uns, von vielen verendeten Tieren im Grenzzaun, als hier noch NATO-Draht lag. Rehe, Wildschweine, Wildkatzen und sogar ein Bär, soll darin zu Tode gekommen sein, so dass die Regierung die Demontage der Stacheldrahtrollen anordnete. Hinter dem Grenzer-Container stapeln sich aber schon die neuen grün pulverbeschichteten Zaunelemente, die nicht so wirken, als würden sie nur temporär und übergangsweise verbaut. Wir erklären den Grenzbeamten, dass sie mit einem Zaun, hier gleich die ganze Region ins wirtschaftliche AUS befördern würden, da die Möglichkeit des Aussteigens und Umtragen von Wehren genommen werden würde. Die Grenzbeamtin erwidert, dass der Zaun nur wenige Kilometer neben dem Grenzübergang gebaut werden würde, wir geben die Diskussion auf umtragen und weiter. Etwa zwei Kilometer stromab ein weiteres tosendes Wehr, an einer alten aufgelassenen Mühle, wir legen an und erkunden die Umtragemöglichkeit. Grenzzaun und Eisenstangen aus Armierungsstahl für Beton.  Dazwischen spannen sich nur zwei Drähte von etwa 5 Millimeter Durchmesser, da kriegen wir das Schlauchboot nicht durch gehoben. Wir sind genervt und plötzlich, wie durch ein Wunder, fallen die losen Enden der Drähte zu Boden. Was so ein Wunder von Swisstool doch alles vollbringen kann. Wir dröseln die losen Enden noch etwas um die jeweilige Eisenstangen und eröffnen die erste Umtragestelle durch den Grenzzaun. Ich komme mir vor wie in meiner Kindheit, wo ich in einem Ort direkt am Grenzzaun der DDR aufgewachsen bin, während Detlef, das „Kunstwerk“ von der oberfränkischen Seite aus bewundern konnte. Unsere einhellig ablehnende Haltung zu Grenzzäunen, dürfte damit erklärt sein.

Endspurt, noch etwa 2 Kilometer paddeln wir durch das wundervolle Tal, Wir treffen kurz vorm Ziel noch unseren Gastgeber mit einer Schülergruppe in Kanadiern auf der Kolpa. Sie lernen paddeln. Ein Lehrer der Dorfschule mit dabei und eine kreischende Horde, die Spaß hat. Nach kurzer Rücksprache wo das letzte Wehr zu fahren sei, verweist unser Gastgeber auf eine Passage mit krachend Strömung am rechten Ufer, na gut, wir fahren drüber hinab und platsch, ist Ghismo auch tropfnass, wir haben kräftig Wasser geschöpft, ich bin hüfthoch eingeweicht und Det im Heck bis zu den Knien, nur gut, dass wir die meisten Wehre umtrugen, bei den eisigen Wassertemperaturen.

Nach dem Backen von Hähnchenkeulen im Feuertopf, mit unseren freundlichen Gastgebern und am ersten frühlingswarmen Abend, wandern wir am Abreisemorgen bei strahlender Sonne und 25° nochmal in die etwa 10 Kilometer lange Kolpa-Schlucht, die von den Anrainern Canyon genannt wird. Zu Beginn der Schlucht entdecken wir Massen von Bärlauch. Der Wanderweg führt für Trittsichere direkt am Fluss entlang, was für ein himmlisch schöner Ort. Soweit wir in die Schlucht auch hineinwandern, finden wir keine Stelle im Fluss, die wir gestern nicht hätten, mit dem Kanadier paddeln können, die Fürsorge unserer Gastgeber war unbegründet, wir hätten das locker paddeln können. Na egal, dass wir wiederkommen, steht ja jetzt eh schon fest. Scheinbar entwickelt sich das mit Slowenien und uns zu einer echten Liebesgeschichte. So sammeln wir noch etwas Bärlauch, um zu Hause mit dem Meersalz von Piran noch ein kräftiges Bärlauchsalz herzustellen und kehren zum Bulli zurück und nach der herzlichen Verabschiedung von Andreja und ihrem Mann, gehts die steilen Berge hoch, zurück nach Ljubljana, über den Loiblpass nach Österreich, wo ein junger Grenzsoldat dick eingepackt in der Kälte steht und schon auf uns wartet, die Ausweise kontrolliert und uns den weiteren Weg über den“Haider-Pass“ nach Kärnten reisen lässt. Vor Salzburg befürchten wir schon einen Stau an der deutschen Grenze. Darauf können wir gut verzichten und fahren nach der ersten Stauwarnung an der österreichischen elektronischen Verkehrsbeeinflussung kurz vor Salzburg, von der Autobahn ab und über einen Landstraßen Grenzübergang in Richtung Berchdesgaden, dort steht niemand, was den ganzen „Grenzzaunbauundkontrollziehauf“ als das demaskiert was er ist: Reiner Aktionismus und Opium für den Stammtischpöbel, damit der Verängstige ewig in seiner „dahoamity“ vor sich hin vegetierende, sich auch gut behütet fühlt. Wer die Freiheit des grenzenlosen Reisens geschnuppert hat, sehnt sich nach einem offenen Europa zurück und wir erinnern uns an das Zitat, das Alexander von Humboldt zugeschrieben wird:

„Die gefährlichste aller Weltanschauungen, ist die derer, die die Welt nie angeschaut haben.“

Gewohnt kalt und grau empfängt uns das sonnigste, schönste und beste Land der Welt, der Wetterbericht und Nachrichten von daheim verkünden Schneefall in der letzten Nacht und für die nächsten Tage, weißt du was? Wir kehren um!


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